Donnerstag, 10. Dezember 2015

Heikle Experimente an Kartoffeln

Ich teilte Novus meine Gedanken mit um zu sehen, ob es ihm ähnlich ging. Das war nicht der Fall, doch wir einigten uns darauf, noch einmal die Lage im Spielesektor – speziell in der kleinen Bruchbude des Dealers von neulich – zu prüfen. Die Leiche war nicht mehr da, was mich nicht unbedingt überraschte, und eigentlich war es auch besser so. Wer ist schon scharf darauf, eine halbverweste, stinkende Leiche vorzufinden, um die sich Ratten tummeln und aus deren Augen, Mund und Nase die Maden nur so herausquellen?
Ich dachte, letztes Mal etwas übersehen zu haben, an dem Tag hatten wir mehr oder weniger Eufrati den Vortritt gelassen. Da diese aber nun nicht anwesend war, konnten wir sie ja schlecht fragen, ob sie uns auf die Sprünge helfen könne. Zum Glück hatte Novus ja wie immer seinen Datenkubus dabei und ich erkannte endlich den Sinn dieses Teils – zumindest glaube ich das. Er rief damit ein Hologramm des Raumes auf in dem wir uns befanden; aber so, wie er bei unserem letzten Besuch aussah. Denn da hatte er den Kubus ja zum Scannen benutzt.
Wir fanden daraufhin einen Notizblock. Zwar stand nichts darauf, denn wer auch immer hier aufgeräumt hatte, konnte die letzte Notiz scheinbar gebrauchen. Zu unserem Glück war da aber noch ein gut sichtbarer Durchdrucke auf dem obersten Blatt Paper und alles was wir tun mussten war, die Schrift wieder sichtbar zu machen. Auf die ganz altmodische Art.
Heraus kam die selbe Auflistung, wie wir sie im Raumflughafen erhalten hatten, aber mit einem entscheidenden Unterschied: Es gab drei weitere Daten am Ende der Liste und diese lagen in der Zukunft.
Als wir danach dem Psyoniker wieder einen Besuch abstatteten, bescherte uns Novus’ »ungünstige Wortwahl« erstmal ein Ticket in die Quarantäne. Man befürchtete, wir wären möglicherweise mit dem Void in Berührung gekommen, als Novus die Daten aus der Zukunft erwähnte.

Bei der Gelegenheit wurden wir auch daran erinnert, ab und zu zu duschen. Irgendwie hatten wir das scheinbar vergessen und mir fiel ein, dass es zumindest bei mir mindestens drei Tage her war. Ich werde mich bessern, versprochen.
Nachdem wir uns dann doch noch der Körperhygiene gewidmet hatten, waren wir bereit für einen erneuten Besuch in der Biokuppel. Auch hier waren die Angestellten eingeschüchtert durch Herrn Charis’ Beisein  und dank diesem Umstand fanden wir uns schon sehr bald zum Datenabgleich in dem Büro eines gewissen Frank Albert wieder, der das Amt des stellvertretenden Geschäftsführers bekleidet.
So langsam wollten wir auch endlich voran kommen und deswegen entschieden wir beim Verlassen der Kuppel, den neuen Unterschlupf des Kults ausfindig zu machen und denen einfach die Tür weg zu sprengen.
Sie zu finden war gar nicht mal so schwierig, wie ich befürchtet hatte. Eine verschlüsselte Wegbeschreibung an einer Wand, die nicht allzu schwer zu entschlüsseln war, führte uns dorthin.

Den Sprengstoff hatten wir uns in der Inquisition besorgt. Wir brauchten dazu eine Genehmigung, diese bekamen wir aber relativ unkompliziert von Herrn Charis, unter der Bedingung, dass er uns begleiten würde.
Das stellte sich als sehr nützlich heraus, denn er half uns dabei, den Sprengstoff anzubringen. Weder ich noch Novus kannten uns damit aus. Es gab eine ordentliche Explosion, die nicht alle in dem Raum überlebt hatten…

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Kartoffelkekse?

Da der letzte Versuch diesem Kult auf die Schliche zu kommen ja gründlich fehlgeschlagen war, blieb uns nichts anderes übrig, als es erneut anzugehen. Frau Kurr war nicht begeistert – allerdings ist sie das nie – und zumindest ich für meinen Teil wollte die Sache endlich hinter mich bringen. Außerdem kann ich Niederlagen auf den Tod nicht ausstehen. Diesen Fehlschlag muss ich leider akzeptieren, aber aufgeben war noch nie eine Option für mich. Und mit der Inquisition im Nacken schonmal gar nicht.

Mich beschleicht das Gefühl, wir werden immer weniger. Denn ich fand mich allein mit Novus, diesem hageren Adeptus Mechanikus. Ob die anderen schon von Frau Kurr »entsorgt« wurden?
Zumindest waren wir uns einig, dass wir es dieses Mal bedachter angehen wollten. Deshalb besorgten wir uns jetzt ein Schreiben, das uns etwas mehr Einblick in die Aufzeichnungen des Raumflughafens bezüglich der verschwundenen Waren ermöglichen sollte.
Wir besorgten uns noch unsere Ausrüstung, so wie immer, wo Novus noch einen kleinen Plausch mit dem älteren der beiden Adeptus Mechanik in der Ausgabe hatte. Keine Ahnung, worum es ging und es ist mir auch egal. Sie haben Holo-MauMau  gespielt, ich glaube, es lief auf ein Unentschiden hinaus, was auch immer das in tieferem Sinne bedeuten mag.
Ach ja, noch eine Interessante Wende und der Grund für die Überschrift meines Eintrages: Da Frau Kurr immer so unangenehm griesgrämig ist und wir sowieso schon dabei waren, die Dinge anders anzugehen, stellten wir uns doch endlich Murali Charis – dem Haus-Psyoniker – vorzustellen. Gut, ich gebe zu, ich habe Novus den Vortritt und das Wort überlassen und mich zurückgehalten. Ich war wirklich nicht in der Stimmung für Zurechtweisungen und Herabgelassenheit. Bisher hatten wir ihn immer gemieden, weil er – ich schätze, dass es allen so ging – er uns nicht ganz geheuer war und wir von einem Psyoiniker nicht das erwarteten, als was er sich letzten Endes herausstellte. Nämlich ausgesprochen freundlich, man könnte sogar sagen großväterlich, bat uns Kekse und Tee an in seinem geradezu liebevoll und gemütlich eingerichteten Büro. Tja, wer hätte das gedacht?
Noch überraschter waren wir, als er anbot, uns zum Raumflughafen zu begleiten. Natürlich nahmen wir an und nachdem er seinen Picknick-Korb gepackt hatte (diese Beschreibung kommt der Realität ziemlich nahe), konnte es losgehen.

Als wir uns aufmachten, war mir nicht ganz klar, wie der Psyoniker uns hätte helfen können, aber sobald wir den Flughafen betraten und die Frau an der Information uns entdeckt hatte, wurde es mir klar. Alle die uns sahen, mit Psyoniker im Schlepptau, waren plötzlich vollkommen eingeschüchtert. Sein Beisein verschaffte uns einen gewissen Sonderstatus.
Dennoch war diese Angestellte mit der wir sprachen hartnäckig nervtötend, wie sie mich immer wieder aufforderte, doch etwas präziser zu formulieren, was genau wir zu der verlorenen Fracht wissen wollten. Wir wollten alles wissen! Alles, was uns dieses Schreiben berechtigte, zu erfahren. Am Ende erhielten wir eine Liste mit Daten. Diese kamen mir irgendwie so seltsam bekannt vor, aber ich konnte mich nicht genau erinnern. Ich dachte nur, irgendwo hätte ich sie schon einmal gesehen…

Mittwoch, 11. November 2015

Der Beginn meines neuen Lebens – Die Sache mit der Oma –

Es ist mir etwas peinlich, deswegen habe ich lange überlegt, ob ich diesen Teil der Geschichte wirklich wiedergeben will. Ich habe mich doch noch dafür entschieden, einfach nur der Gründlichkeit halber. 
Zu irgendeinem Zeitpunkt des Abenteuers, an dem wir uns im Spielsektor befanden ereignete sich folgendes.

Wir hatten uns um das Gebäude verteilt, da es außer dem Vordereingang noch drei weitere Türen gab. Ich habe mich an eine Ecke gehockt, von der ich meiner Meinung nach einen guten Blick auf mindestens zwei Türen haben würde. Eufrati stand nahe des Haupteingangs, von dieser Position aus sollte sie auch die Seitentür gut gesehen haben. Die Seitentür, um die es hier gehen wird. Novus stand weiter abseits, wahrscheinlich mit der Intention denjenigen abzufangen, der aus einer der Türen in seine Richtung kommen könnte. 






Als ich so da wartete, kam nach einer Weile, die sich nach einer Ewigkeit anfühlte, eine alte Frau vorbei. Da sie Anstalten machte in die kleine Gasse in Richtung Eufratis Standpunkt abzubiegen, folgte ich ihr unauffällig. Ich beobachtete, wie sie versuchte aufzuschließen. Ich nahm erst einmal an, dass sie dort wohnte, falls die Bar nicht das ganze Gebäude einnahm und hielt es für clever, mich in dem Haus umzusehen. Es hätte ja sein können, dass man von dort aus die Kneipe betreten könnte oder zumindest einen Blick hinein werfen.
Tatsächlich gelang es mir, mich hinter der Frau herein zu schleichen und ich fand mich in einem relativ dunklen Hausflur wieder. Links von mir waren zwei Türen, die ich mir gerne näher angeschaut hätte, aber dummerweise drehte die Oma sich um und bemerkte mich.
In solch einer Wohngegend darf man kein furchtsames Gemüt sein und so zeigte auch diese Oma sich nicht gerade ängstlich. Sie befahl mir, sofort zu verschwinden, ich versuchte noch mich herauszureden, aber ohne Erfolg. Sie wollte mich unbedingt rausschmeißen und ich wollte keinen Ärger machen, ich wollte lediglich einen Blick riskieren und ein wenig herumschleichen. Da ich nun schon dort war, wollte ich mich nicht einfach von irgendeiner dahergelaufenen Oma vergraulen lassen und sah mich gezwungen, meine Waffe zu ziehen. Ich hatte wirklich nicht vor, ihr etwas zu tun Ich wollte ihr bloß etwas Angst machen, auf dass sie hoffentlich nachgeben würde. Aber nicht mit dieser Oma. Entweder sie hatte einen Trumpf im Ärmel von dem ich nichts wusste, oder es war allzu offensichtlich, dass ich nur blaffte. Sie ließ sich kein Stück beeindrucken. Mir blieb also nur gehen oder tatsächlich auf sie schießen. Nun, ich bin Assassine, aber ein Unmensch bin ich nicht. 
Ich war mir einigermaßen sicher, dass Eufrati mich sehen konnte, als ich mich hinein geschlichen hatte. Vielleicht, dachte ich, würde mir das irgendeine Möglichkeit eröffnen. Ich gab dem Drängeln und Zetern der Oma nach und ging in Richtung der Tür hinter mir. Mein Gedanke war, die Tür zu öffnen, aber nicht richtig hinter mir zu schließen. Oder Beistand von Eufrati. Ehe ich mich versah, stand ich wieder vor verschlossener Tür, draußen in der Gasse, von der aus ich gekommen war. Eufrati stand auch dort und glotzte mich an. Das war alles.

Samstag, 7. November 2015

Der Beginn meines neuen Lebens – Teil 3 –

So langsam gingen uns die Ideen aus und da nur noch ein Ort übrig blieb, an dem wir uns noch nicht umgehört hatten, ließen wir uns zu der nächstgelegenen Biokuppel chauffieren. Ich hatte mir da von vornherein keine großen Hoffnungen gemacht und nicht wirklich angenommen, mit unseren Besucherausweisen weit zu kommen und geheime Infos zu erhalten. Alles andere war mir aber mit viel zu viel Aufwand verbunden, der sich ebenfalls als nicht sehr ergiebig hätte erweisen können. Dass es den anderen beiden auch so ging, kann ich nur schätzen. Eufrati wartete draußen, Novus und ich gingen hinein und glücklicherweise stellte er die Fragen. Die Gruppenführerin hatte entweder wirklich keine Ahnung, oder sie wollte nur nicht reden. Hätte sie wahrscheinlich beruflich in Schwierigkeiten gebracht. Also war auch das erfolglos. 
Ein letzter verzweifelter Versuch Novus’ war es, an anderer Stelle seine Hilfe beziehungsweise Mitarbeit an der Biokuppel im technischen Bereich anzubieten. Vergebens.

Wir sahen nun keinen anderen Ausweg mehr, als einfach diese verdammte Bar mit dem scheiß Stern an der Tür einzurennen. Eufrati hatte da sowieso von Anfang an Lust zu, ich selbst hielt es nicht für die schlauste Idee. Wenig unauffällig und äußerst Riskant. Wir würden uns höchstwahrscheinlich in der Unterzahl befinden und Novus wäre als erster tot. Aber uns gingen die Optionen aus, keiner wollte bei Frau Kurr angekrochen kommen und zugeben, dass wir es nicht alleine schafften. Aus jetziger Sicht wäre das wohl die bessere Wahl gewesen.

Wir befanden uns also abermals vor der Kneipe, doch etwas hatte sich verändert: der Stern war von der Tür verschwunden. Wir hatten wohl doch zu viel Aufmerksamkeit erregt und die ganze Bande war getürmt, umgezogen oder was weiß ich. 
Eufrati klopfte, aber nichts geschah. Sie klopfte wieder, hämmerte schließlich gegen die Tür. Endlich ertönte eine Stimme die uns zurief, dass wir verschwinden sollten. Und diese Stimme kam mir bekannt vor. Ich hatte sie ganz sicher heute schon gehört, es war diese alte Frau, der ich zuvor in der Gasse begegnet war! 
Also schrie ich zurück in die Richtung aus der ihre Stimme kam: »Ey, Omma! Ich bin wieder da! Dieses mal klopfe ich auch an!«


Die Antwort die da kam, hatte ich wirklich nicht erwartet. Sie kam in Form einer Explosion. Keine Ahnung ob die Oma sie ausgelöst hatte oder irgendjemand anderes, ein Oma-Handlanger vielleicht, aber sie sprengte die Tür. Die Druckwelle schleuderte Novus an die gegenüberliegende Wand, Splitter flogen an mir vorbei. Es piepte in meinen Ohren und als ich mich wieder aufrappeln wollte, fiel es mir ungewohnt schwer. Da bemerkte ich eine blutende Wunde an meinem Oberarm, der von oben bis unten aufgeschlitzt war. Es wird wohl ein herumfliegendes Teil gewesen sein, dass mich streifte, bevor ich zu Boden gerissen wurde. Mir schwirrte der Kopf und eine leichte Übelkeit kam in mir hoch. Als ich versuchte mich umzusehen, sah ich Novus benommen in der gegenüberliegenden Ecke herumeiern, von Eufrati war keine Spur.

Ich schaffte es, mir einen Fetzen Stoff von meiner Hose abzureißen und versuchte ihn um meinen Arm zu wickeln, damit es wenigstens aufhörte so stark zu bluten und wer-weiß-was für Bakterien in meine Blutbahn einzuladen. Ich schaffte es in meinem Zustand nicht, mir einhändig einen vernünftigen Verband zu machen. Novus kam mir zwar zu Hilfe, aber benahm sich so ungeschickt, dass sich alles nur verschlimmerte. Trotzdem bin ich ihm dankbar, dass er es wenigstens versucht hat. Schließlich erschien auch Eufrati in meinem Blickfeld. Die war unverschämt wohlbehalten davongekommen und hatte sich anscheinend – alle Umstände und Teamkollegen ignorierend – in der Kneipe umgesehen. Jedenfalls kam sie von dort heraus.
Wie es dann weiter ging, kann ich selbst nicht so genau rekonstruieren, aber ich landete in der Krankenstation unserer derzeitigen Unterkunft.

Mittwoch, 4. November 2015

Der Beginn meines neuen Lebens – Teil 2 –

Wir folgten also dem Hinweis, den uns ein Gast in der letzten Spelunke gegen einen Obolus von zwanzig Thronen gegeben hatte und begaben uns in Richtung der Kneipe, deren Tür einen Stern trägt. Nur leider fehlte uns das Passwort um uns Zutritt zu verschaffen. 
Eufratis pochte darauf, einfach den Laden zu stürmen, aber glücklicherweise war Novus – der ohnehin eher vorsichtig und nebenbei bemerkt auch nicht gerade kampferprobt ist – von diesem Vorschlag genau so wenig begeistert wie ich. Aus meiner Sicht wäre das Selbstmord, unsere Chancen zum Sieg gering bis nicht vorhanden. Also untersuchten wir erstmal das Gebäude von außen, es gab neben dem Vordereingang noch zwei Seiteneingänge und eine Hintertür, die allesamt verschlossen waren. Welch Überraschung.



In den Gassen lagen ein paar mehr oder weniger ansprechbar wirkende Junkies herum, einen davon versuchte ich zu befragen, ob er nicht eine Ahnung hätte, wie den Leuten Zutritt zur Bar gewährt wurde. Einen nützlichen Kontakt vielleicht, eine Alternative zum Passwort, oder vielleicht hätte er sogar das Passwort irgendwann aufgeschnappt. Aber der Junky stellte sich noch dümmer, als er wirklich war, bis Eufrati ihn ein paar mal kräftig durchschüttelte. Da fiel ihm ein Dealer ein, ein Kerl mit filzigen blonden Haaren, der es der Beschreibung nach mit der Körperhygiene nicht so genau nimmt. Auch keine Überraschung in dieser Gegend.
Wir begaben uns also an die Stelle, an der sich dieser Dealer normalerweise so herumtreiben sollte, fanden aber einen anderen. Und schon wieder musste auch der mit einigem Nachdruck zum Reden gebracht werden, bis er uns die Adresse des Dealers nannte.
Warum machen es eigentlich immer alle so kompliziert?
Bei der Unterkunft handelte es sich um eine selbstgebaute Wellblech-Hütte, die gerade noch so zusammenhielt. Ohne gefragt zu werden gingen wir hinein. Wie zu erwarten war, stank es höllisch und war dreckig. Der Dealer war auch da, allerdings war er tot. Ich hatte nicht wirklich Lust, seine widerwärtige Leiche zu untersuchen, aber als Eufrati sich ihm näherte, konnte sie mehrere schmale aber tiefe Schnittwunden an seinem Körper ausmachen. Es hätte zwar sein können, dass er an einer Überdosis gestorben wäre oder an einer experimentellen Droge oder Mischung, aber auch ohne die Wunden gesehen zu haben, war mein erster Gedanke, dass ihn wahrscheinlich jemand hatte loswerden wollen.


Resigniert beschlossen wir, etwas über die verschwundene Fracht in Erfahrung zu bringen und ließen uns von dem Servitor zum Raumflughafen kutschieren.
Ich habe den Raumflughafen noch nie auch nur aus der Nähe gesehen und war ziemlich beeindruckt von seiner Größe und dem geschäftigen Treiben. Natürlich lies ich mir das nicht anmerken. Wir informierten uns bei einem Mitarbeiter und wurden in einen Warteraum gebracht wo wir uns langweilten, bis wir in eines der Büros gebeten wurden. Ich werde nicht lange um den Heißen Brei herum reden: der Angestellte dem wir gegenüber saßen, konnte uns kein Stück weiter helfen. Man kann es ihm nicht verdenken, denn wir wussten ja nicht einmal, um welche Art von Fracht es sich handelte. Als Eufrati damit herausplatzte, dass es sich um eine imperiale Fracht handelte, wurde er hellhörig. Allerdings konnte er uns keinen Einblick in seine Akten gewähren, wenn wir ihm kein offizielles Schreiben brächten. So trotteten wir wieder davon.
Wir waren uns ausnahmsweise einig darüber, dass Frau Kurr uns nicht weiterhelfen würde. Schließlich hatte sie uns selbst auf Nachfrage kaum Informationen gegeben und betonte, wir sollten unauffällig sein. Außerdem posaunt man normalerweise ja nicht so über die Imperialen herum.

Fortsetzung folgt...

Sonntag, 1. November 2015

Der Beginn meines neuen Lebens – Teil 1 –

Heute fand das erste Training statt. Verwunderlicherweise waren der Kerl der aussieht wie ein Penner und einer der beiden Technikfreaks nicht anwesend. Stattdessen wurden mir und diesem dünnen bleichen namens Novus ein merkwürdiges Weibsbild vorgestellt. Eine komische kleine, unscheinbare Gestalt mit deren Hals irgendwas definitiv nicht in Ordnung ist. Sieht aus, als wäre ihr schon mal der Kopf abgefallen und dann wieder geflickt worden. Wahrscheinlich werde ich mein Zimmer mit ihr teilen müssen, was mir ganz und gar nicht in den Kram passt, aber dazu später mehr. Sie scheint irgendwie ganz dicke mit diese Angelika Kurr zu sein, ist ab jetzt unser Anstands-Wauwau so wie ich es verstanden habe. Viel mehr hat sie auch nicht drauf, wie mir scheint.
Im Training habe ich mich einigermaßen geschlagen. Mein erster Schuss war viel besser als der von Eufrati (so heißt das Hündchen). Genau so habe ich mir das vorgestellt. Bin eben eine gute Schützin.
Der zweite ging leider daneben, ich war abgelenkt darüber, wie diese Schrapnell mit ihrer Schrotflinte rumgehauen hat. Hat sich dabei die Hand verletzt, selbst Schuld würde ich sagen. Danach hab' ich jedenfalls wieder voll ins Schwarze getroffen. So muss es sein.
Nahkampf ist nicht so ganz mein Stil, darum habe ich es erstmal ziemlich ziemlich vergeigt, aber beim zweiten Mal habe ich den Dummy so richtig fertig gemacht. Haha! Ehrfürchtig sollt ihr sein vor meinen Fähigkeiten.
Die anderen beiden – besonders der Adeptus Mechanikus, der er wohl ist – haben so dermaßen verkackt, dass das Training beendet wurde und man es vorzog, uns an einem echten Auftrag üben zu lassen. Klingt komisch, ist aber so.
Wir erhielten alle ein Portfolio, das jedoch nicht sehr viele Infos hergibt. Bloß, dass in einer gewissen Makropole ein Kult gegen das Imperium sein "Unwesen" treibt und dieser soll nun von uns aufgedeckt und zerschlagen werden. Dieser Kult boykottierte offenbar Biokuppeln und hat imperiale Fracht entwendet, um was für eine Fracht es sich dabei handelt, wurde uns leider verschwiegen. Angeblich ist zu viel Wissen gefährlich für uns. 
Außer in Biokuppeln soll sich dieser Kult im Spielesektor herumtreiben. 
Bevor es losging, erhielten wir folgende Ausrüstung:

Je eine Rüstung (nichts tolles oder so), je einen Clip, und für die gesamte Gruppe ein dreißig Meter langes Seil, ein Nachtsichtgerät, ein Ortungsgerät (nicht damit wir etwas orten können, versteht sich) und zwei Stims. Es bekam auch jeder Waffen, meine sind ein Jagdgewehr und aus der Grabbelkiste habe ich mir noch einen Dolch ausgesucht.
Wir haben auch einen Chauffeur, dabei handelt es sich um einen Servitor. Mir ist nicht wohl bei dem Gedanken mein Leben in die kalten Hände so eines Blechkopfes zu legen, aber ich werde mich wohl oder übel daran gewöhnen müssen. Der war auf jeden Fall heute gut beschäftigt, es war ein einziges Hin- und Her.

Erst wollten wir unser Glück im Spielesektor versuchen. Wir haben versucht in der nächstbesten, zwielichtigen Kneipe umzuhören. Um nicht allzu sehr aufzufallen (Der ewig knisternde Krüppelhals ist schon auffällig genug) haben Novus und ich uns je ein Bier bestellt, getrunken habe ich beide.
Ein Hinweis führte uns zu einer weiteren Kneipe, deren Tür ein Sternen-Symbol trägt. Dummerweise wird man nicht einfach hineingelassen, wie wir feststellen mussten. 

Aber nun bin ich erschöpft und muss mich ausruhen. Ich schreibe weiter, wenn es mir besser geht.




Mittwoch, 21. Oktober 2015

Böses Erwachen mit Neuanfang

Ich kann nicht genau sagen, wie lange es her ist, aber ich schätze es war vor ein bis zwei Wochen. Ich war gerade aufgestanden, war noch gar nicht richtig wach, da wurde ich plötzlich hinterrücks niedergeschlagen! Voll auf den Kopf, das gab eine fette Beule.
Als ich wieder aufwachte, war um mich herum alles stockfinster, man konnte die eigene Hand nicht vor Augen sehen und es stank bestialisch nach Kotze und Scheiße!
Ich versuchte mich zu orientieren, aber konnte keinen Ausweg ertasten. Bloß ein Klo, ein Waschbecken und eine Pritsche. Mir wollte einfach nicht einfallen, bei welcher Untat man mich erwischt haben könnte und vor allem wer.
Es folgten Tage und Nächte – egal, ich hatte jedes Zeitgefühl verloren – in kompletter Dunkelheit und Einsamkeit. Das schlimmste war aber, wenn sie den Raum fluteten, nur um mich zu quälen. Ganz offensichtlich wollte jemand mich mürbe machen. Ach ja, Essen gab es auch manchmal. Irgendein ekelhafter Brei, der mir ab und zu durch eine klitzekleine Luke geschoben wurde.

Doch irgendwann kam der Tag an dem man mich aus meiner Zelle holte. Dieses scheiß grelle Licht war zuerst unerträglich, doch ich war froh über die Veränderung.
Wie sich herausstellte, war ich nicht die einzige Gefangene. Zusammen mit drei anderen wurde ich in eine Kathedrale – zumindest sah es so aus – gezerrt. Zwei von den anderen sind solche Tech-Freaks, der dritte Kerl sieht aus wie ein Penner, kann gut angehen, dass er auch Makropoler ist. Hat die ganze Zeit Zicken gemacht. Mir passte das ganze genau so wenig, aber ich bin schlau genug zu wissen, dass mir Widerstand nichts nützt. Die waren schließlich in der Überzahl, ich war völlig fertig und im Gegensatz zu denen unbewaffnet.
Jedenfalls hat man uns zu einem Opa namens Alouise Baptise soundso gebracht, uns in die Knie gezwungen und dann mussten wir diese Ollen zuhören. Ich glaube sie hieß Angelika, aber ihren Nachnamen habe ich schon wieder vergessen. Und der Opa hatte auch einen Psyoniker.
Er hat immer die Alte reden lassen, die spricht immer so hochgestochen, aber was sie uns zu sagen versuchte war, dass wir vier auserwählt wurden und entweder in ihre Dienste treten sollten, oder sterben. Tja, das war keine schwierige Entscheidung.

Der Penner hört nicht auf sich zu sträuben. Wir haben viele Regeln zu befolgen und der wird garantiert noch Ärger machen. Mit meiner Unterstützung braucht er aber nicht zu rechnen. Die anderen beiden kann ich noch nicht einschätzen, der eine von denen – so ein blasser, dürrer Typ – der betet die ganze Zeit nur wo er geht und steht. So ein Trottel.
Ich bin keine Freundin der Imperialen Inquisition, aber was die Lebensqualität angeht, ist von nun an Besserung in Sicht. Keine Ahnung wozu diese Folter gut sein sollte, die hätten mich auch einfach nett fragen können.
Jedenfalls wird morgen unsere Ausbildung beginnen, deshalb sollte ich früh schlafen gehen – müde bin ich sowieso.